Granada MK1 Bj. 73 2,3l C4 Automatikgetriebe hat kein Vortrieb im kalten Zustand. Ölstand richtig geprüft und IO.

  • Hallo Zusammen,

    ich bin zwar schon etwas länger im Forum registriert, allerdings war ich bisher nur als stiller Mitleser oder Käufer hier unterwegs. Ich komme aus dem Raum Stuttgart und habe eine Hand voll mehr oder weniger fahrbare Granadas :) an denen ich aktiv Schraube. Nach einer längeren weniger erfolgreichen Recherche auch hier im Forum hat es mich nun doch hierher zu den technischen Fragen verschlagen.


    So nun zum eigentlichen Problem - mein frisch gekaufter Granada MK1 Baujahr 1973 mit 2,3l Maschine hat ein Automatikgetriebe verbaut es handelt sich dabei um ein C4 Getriebe („Öffnungen im Gehäuse mit grobem Gitternetz geschützt, so dass man den Wandler sehen kann“ (grober Auszug aus einem anderen Thread wie unterscheidet man ein C3 vom C4 Getriebe)).


    Wenn der Motor kalt ist funktioniert das Getriebe im Rückwärtsgang ganz normal dank Direktübersetzung, allerdings hat es in Stufe D bzw. 1 keinen Vortrieb bis der Motor warmgelaufen ist. Wenn das Getriebe einmal Vortrieb hat funktioniert alles wie es soll kein Ruckeln, der Kickdown und die Gangwechsel funktionieren auch auf längeren Strecken. Alles butterweich wie es sein sollte nur dauert es bis dahin eben eine ganze Weile als ob es ewig dauert bis Druck aufgebaut wird.

    Das Öl habe ich abgestochen (Warmer Motor + mehrmals durchschalten usw.) und der Ölstand ist hier etwas über dem Maximum also kann es daran nicht liegen. Die Ölfarbe ist schön rot und Öl riecht auch soweit frisch und nicht verbrannt. Der Vorbesitzer hat vermutlich aus diesem Grund das Getriebe Spülen lassen mit allerdings mäßigem Erfolg.


    Die erste Herangehensweise wäre Öl raus und Filter wechseln. Was die Bremsbänder angeht würde ich diese ausschließen weil die Gangwechsel funktionieren ja tadellos. Ab da geht es schon in Richtung Wandler und oder Pumpe...


    Hat schonmal jemand so ein ähnliches Problem gehabt und kann mir einen Hinweis geben woran es liegen könnte?


    Für gute Tipps wäre ich echt dankbar.


    Gruß

  • Ich würde mal checken, ob die Anlenkung des Wählventils (linkage) korrekt ist, also ob das Drehventil sauber einrastet.


    Dazu vielleicht mal prüfen, ob die Gänge kalt flutschen wenn der Wählhebel auf einer Zwischenstellung steht.

  • In Stufe 2 kannst Du aber auch bei kaltem Motor normal fahren?

    Ändert sich die Situation, wenn Du den Wahlhebel aus 1 oder D heraus ein wenig in eine andere Position bringst? Ich meine jetzt nicht eine andere Fahrstufe wählen, sondern nur den Wahlhebel vom Zentrum der gewünschten Fahrstufe weg zu bewegen.

  • Erstmal vielen Dank für die schnellen Ratschläge!


    Also das Getriebe hat generell keinen Vortrieb wenn es kalt ist auch in Stufe 2 nicht.

    Ich habe auch schon probiert hin und her zu schalten auch „zwischen den eigentlichen Gangpositionen“ für den Fall dass, Getriebe keinen Vortrieb hat weil es gar keinen Gang findet, allerdings leider ohne Erfolg. Wenn man ihn z.B. eine Weile laufen lässt und das Getriebe befindet sich in D und die richtige Temperatur/Öldruck ist erreicht dann hat man schlagartig Vortrieb und es funktioniert in gewohnter Weise.

    Wenn der Motor noch warm ist und aus war funktioniert das Getriebe ebenfalls auf Anhieb.

  • miss mal die länge deines peilstabs und frag hier die mit c4 getriebe das auch zu tun.

    Wer weiss.

    Bei benz is das egal da der stab bis er unten ansteht eingeschoben wird. Bei ford is der anschlag ja aber der oben am Rohr.

    Nur mal um auszuschliessen dass dein stab zu lang und doch zu wenig öl.

  • Moin,


    wir hatten in der Firma sowas mal bei nem C4 Getriebe im Mustang. Genau wie du beschrieben hast. Nach ein paar Minuten Warmlauf ging es dann ganz normal. Wir haben das Getriebe dann zum Spezi gebracht. Der sagte, es lag an ausgehärteten O-Ringen an irgendwelchen Steuerkolben, an denen im kalten Zustand der meiste Öldruck vorbei pfeift, und das Getriebe deshalb keinen Kraftschluss aufbauen kann. Bei Erwärmung des Materials hat es dann wieder gereicht, um zu funktionieren.


    Kaputte Ölpumpen hatten wir auch schon ein paar, meistens bei TH350. Da war es aber immer so, dass es überhaupt nicht mehr fuhr, egal ob warm oder kalt.

  • ich würde trotzdem erstmal probieren einen halben liter atf nachzufüllen. schaden tut das nicht, außer das man dann schlauer ist.

  • Ich denke wenn der Rückwärtsgang funktioniert kann es mit dem Wandler nix zu tun haben...oder ?

    Hatte genau das Phänomen bei meinem ersten Taunus Bj 73. Im Winter nach dem Starten kein Kraftschluss im Rückwärtsgang. Nach 1-2 Minuten gings dann plötzlich.


    Deshalb bin ich bei Jupps Meinung, da funzt was nicht im Schaltschieberkasten. Wenn das harte O-Ringe sind kann man mit Leckwec versuchen die wieder geschmeidig zu machen...

  • ich würde trotzdem erstmal probieren einen halben liter atf nachzufüllen. schaden tut das nicht, außer das man dann schlauer ist.

    Das habe ich als aller erstes gemacht da beim Kauf des Wagens von zu wenig Öl im Getriebe die Rede war. Es befindet sich also tendenziell zu viel als zu wenig Öl im Getriebe wenn der Peilstab stimmt.

    miss mal die länge deines peilstabs und frag hier die mit c4 getriebe das auch zu tun.

    Wer weiss.

    Bei benz is das egal da der stab bis er unten ansteht eingeschoben wird. Bei ford is der anschlag ja aber der oben am Rohr.

    Nur mal um auszuschliessen dass dein stab zu lang und doch zu wenig öl.

    Den Peilstab werde ich nachher gleich mal nachmessen und das Ergebnis hier posten nicht, dass der Hund dort irgendwo begraben liegt. Das ist auf jeden Fall ein guter Ansatzpunkt den man definitiv relativ einfach ausschließen sollte.

  • Zu viel Öl stört die Funktion auch :uwe:

    Wenn es nur ein Hauch drüber ist, macht das aber nix.


    Es gab ein mal ein schönes Dokument "Störungsbeistand beim Automatikgetriebe" oder so ähnlich, ich habe es leider nicht mehr irgendwo gespeichert.

    Eventuell hat es sich ja Jemand anders gesichert und möchte das hier zur Verfügung stellen.


    Das gleiche wie Bibo bei seinem Taunus hatte, hat mein Automatik-Ghia auch mit dem Rückwärtsgang, da braucht es einen gewissen Moment nach dem Kaltstart, je kälter desto länger. Ich hab den halt immer rückwärts eingeparkt, aber das hilft hier nix.

  • Also ich habe heute gemessen der vorhandene Ölpeilstab ist 53,4cm lang (Auflagerand bis Spitze). Die Maximum Markierung liegt bei 3,2 cm bis zur Spitze. Das Minimum entsprechend bei 1,5 cm ab der Spitze. Auf dem Knauf steht unter dem Ford Zeichen die Nummer 71EG7A020AA.


    Die Tage werde ich einmal das Öl ablassen um zu schauen wieviel Öl wirklich im Getriebe ist.


    Für diejenigen hier die es gebrauchen können ich bin bei der Onlinesuche über diesen Link gestolpert dabei handelt es sich um einen 30 Seiten Ausschnitt aus einem Werkstatthandbuch zum C4 Automatikgetriebe.


    http://www.taunus-m.ch/files/whb_taunomatic-1967.pdf


    Problem bei dem Kapitel Troubleshooting ist entweder funktioniert der Vortrieb eingeschränkt oder eben gar nicht in keinem Zustand.

    Einmal editiert, zuletzt von Bullitt ()

  • Wenn du das Öl eh ablässt, fang es auf und gieß es auf einer ebenen Fläche etwas aus und sau, ob du Späne (aka Metalliclack) siehst.

  • wenn du das öl ablässt, kannst du die menge nicht messen, weil der rest im wandler hängt

  • Hat der Onkel recht.

    Aber was bleibt schon, ausbauen und zerlegen, Rebuildkit und wieder wie neu.


    Muss ich auch noch, war mir aber zu kalt die letzten Tage