Undichten Dichtsitz der Kurbelwelle mit SKF SpeediSleeve reparieren

  • Moin!

    Oftmals suppt es nach dem Wechsel des hinteren Kurbelwellen-Simmerings weiterhin raus da die Dichtlippe der Welle eine schöne Nut gegraben hat. Simmering versetzt einbauen kann klappen, muss es aber nicht.


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    SKF hat für solche Fälle die sogenannten SpeediSleeves entwickelt. Eine sehr dünne Stahlhülse die über den Dichtringsitz geschlagen wird, dadurch hat man eine komplett neue Lauffläche für den Simmering die gehärtet und geschliffen ist. Sollte danach zu keinen Undichtigkeiten mehr kommen.


    Link zu SKF mit der passenden Hülse


    Vorgehen:


    Welle an der Dichtringfläche ausmessen und nachschauen ob man sich in der Toleranz für die angedachte Hülse liegt. Für die von mir verwendete Hülse 99238 wären das 63,249-63,401mm. Mit ner normalen Kurbelwelle liegt man da recht mittig im Toleranzfeld.

    Man muss die Kurbelwelle nicht ausbauen aber es erleichtert eine Reinigung ebenjener doch sehr deutlich. Dann kann man auch besser sehen wie tief die Rille ist und eventuelle Grate oder Macken entfernen.


    Das Sleeve ist mit seinem „Anschnitt“ so lang dass es eben noch auf die Kurbelwelle passt wenn man es ganz an den Absatz schlägt der hinter der Lauffläche liegt.

    Der Ansatz des Sleeve ist 70mm im Durchmesser, der Ring um die Lagerung der Kurbelwelle (weiß nicht wie ich es beschreiben soll...) hat 71-72mm, so kann man den Ansatz dranlassen. Da ich es nicht sicher wusste ob es wirklich passt habe ich den Ansatz des Sleeves seitlich nach Herstellerangabe eingeschnitten. Ist aber ein riesen Scheiss den Ansatz dann abzupulen, oder man braucht halt sehr gute Zangen... Hab es dann ergebnislos aufgegeben.


    Man reinigt also Welle und Hülse mit Bremsenreiniger und streicht die Hülse innen dünn mit nicht aushärtender Dichtmasse ein und sollte es eine größere Nut in der Kurbelwelle geben diese dann auch.

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    Sleeve an den Rand der Kurbelwelle setzen und die Einschlaghilfe darüberschieben. Mit einem Gummihammer (sollte nicht zu klein sein...) nun das Sleeve gerade auf die Welle schlagen. Braucht ein bisschen bis man es perfekt gerade drauf hat und es dann auch nicht mehr runterrutschen will, das Sleeve wird ja richtig gedehnt dabei und da hat es was dagegen. Sleeve bis zum Anschlag draufhämmern, man sollte dann ca nen Millimeter bis zum Ende der Kurbelwelle haben.


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    Dichtmasse die rausgedrückt wurde entfernen und kontrollieren ob es irgendwo Kratzer oder Ähnliches gegeben hat. Habe mal probehalber den Dichtring drübergeschoben und es als gut empfunden.


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    Wenn man die Kurbelwelle eh schon ausgebaut hat ist es eventuell sinnvoll den Simmering gut eingeölt über die Hülse zu schieben, am Umfang etwas von der eh vorhandenen Dichtmasse verteilen, den Simmering mit einem Messschieber oder einer Hülse gerade ausrichten und die Kurbelwelle dann an ihren Platz setzen. Den Lagerbock an den vorgeschriebenen Stellen mit Dichtmasse benetzen und draufschrauben. So spart man sich das Reinklopfen des Simmerings.


    Ganz perfekt wird es wenn man eine Gummi-Ölwannendichtung verwendet und diese vor der Montage des Lagerbockes in ihre Nut drückt. Dann alles festschrauben und die Dichtkeile sitzen ideal und der Motor wird wohl außen sehr lange sehr ölfrei bleiben.


    Hoffe die Anleitung war hilfreich.

    2 Mal editiert, zuletzt von Mafijoosi93 ()

  • :thumbsup:... Find ich super Joosi.


    Hattest Du nicht irgendwo für den vorderen Simmering auch schon einen Speedy Sleeve rausgesucht?

  • Nicht dafür Joosi... Wir haben zu danken für die Anleitung!


    Hab da auch schon drüber nachgedacht. Ich glaub der Onkel wars, der das Thema mal in einem Fred in den Raum warf.

    Scheint ne Top Sache zu sein.

  • Ja habe es auch hier aufgeschnappt und dann mal in allen möglichen Foren gelesen. Und jetzt die Gunst der Stunde genutzt.

  • Mafijoosi93

    Hat den Titel des Themas von „Undichten Dichtsitz der Kurbelwelle reparieren“ zu „Undichten Dichtsitz der Kurbelwelle mit SKF SpeediSleeve reparieren“ geändert.