H-Zulassung und Fahrverbote

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    • Du musst sicher kein schlechtes Gewissen haben, kannst ja nichts für.
      Ich bin auch kein Freund der Globalisierung und kaufe immer wenns geht bayrische Produkte. Geht halt nicht immer, klar, Pils aus Bayern taugt nicht so viel. Bananen auch nicht.
      Schiffe mit LNG Antrieb find ich eine interessante Idee. Bin gespannt, ob das Erfolg hat. Es fahren ja schon Busse mit LNG rum, z.B. in Freising. Oder ist das CNG? Weiß garnicht, was der Unterschied ist, ehrlich gesagt.
      Ich habe hier einen Ford-V6 Vergaser aus einem alten Stapler, der hat eine LPG-Zwischenplatte zwischen Drosselklappeneinheit und Vergaserkorpus, neben der Bakelitplatte.
      Nur mit Gas durfte man wohl früher in Hallen reinfahren, weil Abgase dann viel sauberer.

      il commandante schrieb:

      Wenn der Alte auf der Faehre den Hebel auf den Tisch legt, um aus'm Hafen zu kommen, dann kriegt die Maschine so viel Fuellung, dass sie qualmt, wie ne Dampflok.
      Ist das normal oder ist da was defekt? Ich meine damit, macht der Motor das auch wenn er neu ist?
    • Ist gut. Das interessiert mich nämlich wirklich. Hab mich oft gefragt, wieso ein Diesel, der ja eigentlich mit Luftüberschuss arbeitet, überhaupt rauchen kann/muss.
      Vermutlich liegts am Kraftstoff. Könnte mir gut vorstellen, dass die Petroindustrie da mal was verändert, damit die nicht mehr rußen. Na dann ersma gute Nacht und bis morgen!
    • Danke der Nachfrage.
      Gut, muss mich mal bisschen konzentrieren.
      Also vorweg- ich bin auch nur ein Hobbyschrauber, so wie die meissten hier. Versuch das also mal mit meinen Worten zu erklaeren.
      Diese Schiffsmotoren funktionieren grundsaetzlich auch nicht anders als jeder andere Verbrennungsmotor. Der Unterschied- sie sind riesig. Die Maschine hier wiegt grob geschaetzt 2155 Tonnen ohne Oel und Wasser (ChiefIng hat mir gerade die Masse zugefluestert:)). !2 Zylinder, Bohrung 98, Hub 266- alles in cm. Also alles in allem Teile, die n bisschen brauchen, bis sie in Bewegung sind. Angelassen wird dieser hier durch Luft. Dazu gibts zwei riesige Luftsammler die durch mehrere Kompressoren auf 30 bar gepumpt werden. Reicht fuer etwa 10- 12 Starts hintereinander, dann ist erstmal Ruhe bis wieder aufgepumpt ist.
      Bei Auslaufen steht die Maschine still und ist recht kalt. Reagiert also erst, wenn ich von Stop auf GanzLangsamVoraus (oder eben mehr- wenn VIEL mehr, qualmt es) lege. Um nun ueberhaupt einen Verbrennungsvorgang zu ermoeglichen gibt es sogenannte Hilfsgeblaese, die bei den niedrigen Drehzahlen die Luftversorgung sicherstellen, solange, bis die Turbos endlich aus dem Knick gekommen sind und das dann uebernehmen...
      Nun zum Thema Qualm. Das Qualmen liegt in der Traegheit des Systems und der zu bewegenden Massen und auch in der Handhabung der Maschine. Fakt ist, das Aggregat dieses Motors was relativ wenig Verzoegerung hat, ist die Einspriztung. Geb ich vor, steuert ein Nocken sofort die Fuellung und je nach Vorgabe wird eingespritzt. Wenn zu viel gelegt wird, kommt die Luftversorgung nicht hinterher und es findet schlicht und einfach eine unvollstaendige Verbrennung statt. Das ist dann der Qualm und die eine Seite der Medaille.
      Die andere ist, dass der kleine Motor hier ja nun runde 100tsd Tonnen in Bewegung setzen muss. Vorzugsweise ueber einen Propeller von 9 mtr Durchmesser. Wenn hier nun Gas gegeben wird, wird ein recht hohes Drehmoment erzeugt. Ein Motorenpruefstand mit hydraulischer Bremse funktioniert ja etwa aehnlich. Und wenn man dort bei nem V6-Klumpen aufs Gas drueckt, beide Beschleunigungspumpen ansprechen und die normale Zufuhr ueber den Luftstrom wirkt, dann ist auch erstmal nicht genug Luft da, um ne saubere/vollstaendige Verbrennung hinzulegen. Glaube, der qualmt dann auch.
      Alles nur ganz grob... Hoffe aber, ihr koennt es Euch etwa vorstellen.
      Gibt natuerlich auch andere Motoren, die schon an der Pier laufen, warm sind und einen Verstellpropeller haben. Da ist es nicht ganz so auffaellig- es sei denn, man gibt ordentlich Propellersteigung und der Motor muss arbeiten. Dann qualmts auch. Das passiert hin und wieder in engen Haefen, wo Fahren manoevrieren, ohne Schlepper und son Zeuch...
      Beste Gruesse
      Jochen
    • il commandante schrieb:

      Fakt ist, das Aggregat dieses Motors was relativ wenig Verzoegerung hat, ist die Einspriztung. Geb ich vor, steuert ein Nocken sofort die Fuellung und je nach Vorgabe wird eingespritzt. Wenn zu viel gelegt wird, kommt die Luftversorgung nicht hinterher und es findet schlicht und einfach eine unvollstaendige Verbrennung statt. Das ist dann der Qualm und die eine Seite der Medaille.
      Da brauch ich nochmal bisserl Nachhilfe, glaub ich:
      Also der Motor wird mit Pressluft und Hilfsgebläse gestartet, soweit klar.
      Kolben kommt langsam nach oben, verdichtet, kurz vor OT jetzt muss eingespritzt werden.
      Jetzt kapier ich nicht mehr: Warum wird jetzt viel zuviel eingespritzt? Sodass die Luft nicht ausreicht und es qualmt?
      Gibt es hier keine Regelung/Steuerung der Einspritzmenge ausser dem Gashebel des Kapitäns?
      Beim Auto ist es ja so:
      Der Hersteller der Einspritzung ermittelt für jeden Last- und Drehzahlzustand die richtige Menge Treibstoff und legt sie im Kennfeld ab.
      Dann rauchts nur, wenn was kaputt ist.
    • ja gibts, auch von MAN. Hat aber auch seine Grenzen... glaube ich. Wenn zu viel Fuellung, dann qualmts halt. Allerdings kann man bei den me Maschinen die Kennlinien waehrend des Betriebes veraendern und optimieren. Hab ich aber keine Ahnung von. Bin von der anderen Fraktion.... Kartenzirkel und Bleistift. Frueher mal... Was die detailierte SchiffsmotorenTechnik angeht, wuerd ich vermutlich ab jetzt mit gefaehrlichem Halbwissen glaenzen und meine Ings fragen muessen... Sorry.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von il commandante ()

    • taunusrainer schrieb:

      Gibts bestimmt schon lange
      Glaub ich kaum, technisch natürlich leicht machbar. Trotzdem, wäre ja so als wenn bei jedem PKW das Gaspedal auf halben wege blockieren würde bzw. bei elektrischen Pedalen einfach abgeriegelt wird. Wie erklärt man das den Angehörigen wenn in einer Gefahrensituation - zb. bei einen Überholvorgang auf der Landstrasse es magels "gewollten Gasklemmer Herstellerseits" leider doch nicht mehr so ganz geschafft hat.. ?.. Bei LKWs auch ?
      "Komm rein und versuch, nicht alles zu versauen, indem du bist, wie du bist."
    • autofahrer123 schrieb:

      Trotzdem, wäre ja so als wenn bei jedem PKW das Gaspedal auf halben wege blockieren würde
      Nein, das meine ich nicht. Beim (alten) PKW-Diesel ist ja ein Fliehkraftregler zusätzlich zur Regelstange vom Gaspedal. Dann rußt es zwar meißt auch ein wenig, aber nicht so krass wie bei alten Schiffen oder Dieselloks.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von taunusrainer ()

    • Kurzer Nachtrag zum Schiff, jedenfalls diesem hier.
      Ja, gibt eine Steuereinheit die regelnd einwirkt wenn die Maschine unvollstaendig verbrennt.
      Aber wie gesagt- andere Dimensionen, andere Informationszeiten und deren Verarbeitung und Umsetzung bis zurueck geregelt/limitiert wird, automatisch!
      Es ist nunmal kein 130 kilo Motoerchen mit allem technisch moeglichen Schnickschnack den ihr euch so vom Auto vorstellt.
      Hoffe das reicht an Info?
    • man sollte dabei wohl auch bedenken dass der Ruß beim Schiff einfach viel besser sichtbar ist, als beim Auto.
      Beim Auto kommt relativ wenig Abgas aus einem dünnen Rohr, man schaut also durch eine dünne "Schicht" aus Abgas auf einen dunklen Hintergrund (Straße/Teer), dadurch ist der Ruß kaum zu erkennen,
      Beim Schiff kommt viel Abgas aus einem Dicken Rohr, man schaut also durch eine dicke "Schicht" aus Abgas auf einen hellen Hintergrund(Himmel) dadurch ist selbst eine geringe Rußkonzentration schon sehr deutlich sichtbar...
    • "2. Folgende Fahrzeuge dürfen im Stadtgebiet Stuttgart weiter benutzt werden (Grundlage ist das Bundesimmissionsschutzgesetz):[...]
      - Oldtimer (gemäß § 2 Nr. 22 Fahrzeug-Zulassungsverordnung), die ein Kennzeichen nach § 9 Abs. 1 oder § 17 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung führen ("H"-Kennzeichen), sowie Fahrzeuge, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, einer anderen Vertragspartei des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Türkei zugelassen sind, wenn sie gleichwertige Anforderungen erfüllen".

      Sag ich doch: die Bonzen schneiden sich nicht ins eigene Fleisch, also wird es immer Ausnahmen für Oldtimer geben. Und das im Grunde auch zu recht. Wie schon jemand anmerkte: alle Fahrzeuge über 30 Jahre: 1,2% der insgesamt zugelassenen Fahrzeuge. Mit -H-Kennzeichen: 0,6%. Mit H-Kennzeichen im Alltag genutzt (Sommer): wahrscheinlich nur 1/10 davon. Mit H-Kennzeichen ganzjährig im Alltag genutzt: unmessbar wenige - also: who cares (ausgenommen Taunusrainer ;) )?

      Zombie schrieb:

      Im Endeffekt ist das das Dümmste was ich jemals getan habe, und wenn ich es nicht gemacht hätte, dann wäre es auch das dümmste.
    • Tommy schrieb:

      im Alltag genutzt: unmessbar wenige
      Zum Glück ist das so. Und wer aufmerksam mitgelesen hat, hat auch mitbekommen, dass es mir besonders darum geht, dass diese "unmessbar wenigen" keinen Schaden anrichten, den dann alle H-Fahrer ausbaden müssen.
      Die "unmessbar wenigen", aber leider trotzdem vorhandenen Unbelehrbaren, die ihren Motor nicht in Ordnung haben, stinken mir besonders. Und alleine bin ich da nicht, da kannst Du sicher sein.