(Viel) zu fest angezogene Schrauben lösen / zerstören

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  • (Viel) zu fest angezogene Schrauben lösen / zerstören

    Moin,

    am Wochenende starte ich den dritten Anlauf, bei meinem Zweitwagen (Jaguar X308) die Bremsscheiben zu wechseln.

    Der Bremssattel- bzw. Belaghalter ist mit Bundschrauben der Größe M12x1.5, Güte 12.9, SW17 am Fahrwerk befestigt , die regulär mit 140 Nm angezogen werden.

    Auf einer Seite gingen die Bolzen mit dem Schlagschrauber (nominell 1400 Nm Lösemoment) ab, auf der anderen Seite nicht, vermutlich wurde hier ein Schlagschrauber zum Anziehen benutzt ( S_M es wurden ALLE Arbeiten vor der Übergabe vollkommen unfachgerecht ausgeführt, daher die Vermutung).

    Zu allem Übel haben die Bolzen noch so eine Art Verzahnung gegen das losrütteln.

    Der Kopf sitzt auf der Radhausseite, also nach innen.

    Habt Ihr eine Idee, wie man die Bolzen lösen kann?

    Mein Ansatz wäre, in den Kopf einen Schlitz zu flexen um damit irgendwie die Zugspannung zu verringern.

    Wenn man vorher die Bremsscheibe durchflexen würde, könnte man auch von unten in den Schaft bohren, um ihn zu schwächen.

    Ich bin für jede Anregung dankbar :) !
  • Hitze und ich meine nicht mit nem Feuerzeug.
    Mit nem ordentlichen Brenner kurz aber knackig erhitzen, die schraube und die direkte Umgebung.
    Dann nochmal mitm schlagschrauber. Wenn du irgendwie Platz hast, lieber mit nem Knebel und Rohr drauf(evtl durch einlenken). Glück auf!
    My drinking team has a vintage car problem
  • drehmomentschlüssel (auf volle pulle, nur weil lang, sonst knarre) rohr drauf und mal n bischen schmalz aus den dünnen armen holen.
    gewalt braucht gegengewalt. und die sitzt nicht in nem bekackten schrauber. sondern in dem bekackten menschlichen schrauber.


    Ne Legende und ein arbeitsloser Penner sehen sich ziemlich ähnlich.
    1. Danke Leute!
    Nick, mit (Billig-) Dremo hatte ich schon versucht, allerdings nicht mit Verlängerung, hatte Angst den Dremo zu schrotten (und auch noch keine Ersatz-Schrauben parat)

    Die Variante mit Knebel klingt gut !

    Miles, Kopf aufbohren scheidet platzmäßig leider aus, wäre sonst mein Favorit.
  • Bohren kannste bei 12.9er Güte mit Haushaltsmitteln gleich vergessen.
    Außer du hast HM-Bohrer. Würde ich trotzdem als allerletzte Möglichkeit wählen.
    Kannst du die komplette Baugruppe evtl ausbauen, dass Du besser Zugang hast?
    Oft werden Schrauben an Bremsenbauteilen geklebt, durch die Hitze zerstörst du den Kleber, falls einer drauf ist, leichter als durchs Drehmoment.
    My drinking team has a vintage car problem
  • Hi, ausbauen is leider nicht.

    Linksgewinde kann ich ausschliessen, hatte ich auch achon daran gedacht.

    Auf der anderen Seite gingen die Schrauben problemlos raus, deshalb halte ich die Kleberhypothese für unwahrscheinlich.

    Ich werde die Schraube auf jeden Fall erst mal heiss machen!

    Das mit der Unbohrbarkeit ist natürlich doof, muss ich mal probieren...
  • Die Insulaner verwenden Linksgewinde gerne an drehenden Teilen. Radnabe oder eventuell auch Radmuttern/-bolzen um richtungsbedingt ein selbständiges Lösen zu erschweren. Hier geht es um den Bremsträger. Da wäre Linksgewinde eher untypisch.

    Der Drehmomentschlüssel mag einen phantastischen Hebelarm haben, aber ich habe mal gelernt, daß man den Drehmomentschlüssel niemals zum lösen verwenden darf. Zum einen überschreitet man fast immer den Höchstwert, wenn man schon diesen Hebelarm braucht und zum anderen geht im Losbrechmoment auch ein Ruck durch den Schlüssel, der der internen Feder nicht zum Vorteil gereicht.

    Knebel und Rohr sind hier die Werkzeuge der Wahl. UND ordentlich mit Rostlöser einjauchen. WD40 reicht in diesem Fall vermutlich nicht. Es gibt Rostlöser mit Frost-Effekt. Da würde ich was von empfehlen.


    Oder das Zeug, was der Joosi hat. Hab den Namen wieder vergessen, aber es scheint echt gut zu sein.
    Alle sechzig Sekunden vergeht in Afrika eine Minute. Helfen Sie!
  • Moin!

    Bei besonders schwierigen Kandidaten versuch ich auch noch immer folgendes und funzt auch meist.
    Heißmachen ist vorher sicher sehr hilfreich. Kennst zufällig jemaden mit so einem Induktionserhitzer? Die machen nur die Schraube heiß, die sich dann schön dehnt und wieder zusammenzieht, was eventuell im Gewinde vorhandenen Rost recht gut löst
    Also wenn Platz dazu ist:
    große Verlängerung vom Ratschensatz mit T-Stück nehmen. Ans T-Stück die passende Nuss. In die Verlängerung nochmal eine Verlängerung reinstecken und T-Stück in die "Mitte" schieben. So dass man quasi einen T-Schlüssel hat, den man auf beiden Seiten anpacken kann.
    Dann schnappt sich den einer, steckt das auf, bringt da ordentlich Spannung drauf (bis kurz vorm Rausspringen der Augen aus den Höhlen) und ein Kollege schnappt sich einen dicken Fäustel und knallt mit richtig Schmackes von hinten auf das T-Stück drauf. Durch gleichzeitige (anhaltende) Spannung und die Schläge löst sich das meistens recht gut.
  • Das mit der Hitze (nicht nur warm machen) kann ich allen vor mir Schreibenden nur beipflichten.

    ABER

    Als preiswerte Alternative zum teuren und sicher sehr guten Speziallöser habe ich z.B. bei den festgegammelten Spurstangenverschraubungen (eines anderen Autoherstellers) erst mit einem Brenner heiß gemacht,
    dann altes Motorenöl mit Ölkännchen (oder Pinsel) aufgetragen.
    Das zieht sich rein und hält die Hitze aus!
    Dann 1-2 min gewartet , noch mal nachwären und nachölen.......und schwups
    War alles lose.
    Und die Stelle, die du beschreibst kann man bedenkenlos heiß machen.
    Oder war er wohl schon erfolgreich????

    Verlängerung (so´n Rohr von 1,2-1,8m ist auch immer sehr hilfreich. (Achsmuttern lösen ohne heißmachen....)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sandmann67 ()

  • Sieg a la Phyrrus.

    Der Knebel und die Nuss aus dem Familienratschenkasten, den mein Opa einst gestiftet hatte, haben dran glauben müssen, was die Schrauben gänzlich unbeeindruckt liess.

    Ich vermute, dass richtig starkes Erhitzen der Schrauben zum Erfolg geführt hätte, ich hatte jedoch nur eine Lötlampe zuf Verfügung.

    Letztendlich habe ich das zu befreiende Teil zerflexen müssen.

    Selbst mit einem senkrechten Schnitt durch Teil und Schraube hielt das noch Bombenfest. Wollte dabei die beiden Hälften mit einem Körnerschlag zur Mitte hin lösen, keine Chance.

    Die Pressung war so fest, dass sich die Flanken offenbar regelrecht ineinander verkrallt haben. So daß Wertstück und Schraube quasi fast eins waren, thermisch gesehen.

    Nachdem ca ein Drittel des Umfangs der Schrauben nackt war, hat es der Schlagschrauber dann vollbracht.

    Die Schrauben waren vollkommen trocken, der Rostlöser konnte überhaupt nicht vordringen, Rost war ja auch nicht das Problem, die Bremsen waren ja erst vor vier Monaten vermurkst worden.

    Nun ja, jetzt bremst die Katze wie es sich gehört und braucht offenbar eineinhalb Liter weniger auf 100 km! :se:

    Danke für Eure Unterstützung, Jungs! :thumbup: